Germanistiktag 2025

Auslandsgermanistik – Fremdsprachengermanistik – Mehrsprachengermanistik: Marginalität als Chance für unser Fach?

Freitag, 28. November 2025, Université de Lausanne

 

 Wie viele Geistes- und Sozialwissenschaften ist gegenwärtig auch die germanistische Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft in eine Krise geraten. Neben der bildungspolitischen Dauerfrage nach der gesellschaftlichen Relevanz hat unser Fach infolge sinkender Studierendenzahlen auch im engeren akademischen Umfeld mit einem wachsenden Legitimationsproblem und einem drohenden Bedeutungsverlust zu kämpfen. Das ehemalige Massenfach Germanistik ist auf dem Weg zum kleinen Fach, wie es Albrecht Koschorke schon vor zehn Jahren in einem Aufsatz zur Lage der Disziplin vorausgesagt hatte. Der SAGG Germanistiktag 2025 greift diese aktuelle Marginalisierung im akademischen Betrieb auf und konfrontiert sie mit einem anderen, weit unspektakuläreren Marginalitätsphänomen in unserem Fach: mit der kultur- und sprachgeographischen Randständigkeit der so genannten Auslands- oder Fremdsprachengermanistik. Eine anderssprachige Umwelt und eine nicht germanophone Wissenschaftskultur, auf die sie reagieren und in der sie funktionieren muss, hat ihre oft kleinen Institute schon immer zur Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Akteuren sowie zur Anpassung an eine multilinguale Realität bewegt. Die Routinen und Experimente, die unser Fach hier als Mehrsprachengermanistik entwickelt hat, lassen Marginalität daher potenziell auch als Chance erschienen.

 

Dieses Potenzial will die Section d’allemand der Universität Lausanne im Dialog mit anderen Mehrsprachengermanistiken aus dem benachbarten Ausland auf dem diesjährigen Schweizer Germanistiktag zur Diskussion stellen. In vier Input-Referaten berichten Kolleginnen und Kollegen mit langjähriger akademischer Erfahrung in Frankreich, Großbritannien, den USA, dem Baltikum und Deutschland von den besonderen Schwierigkeiten und Möglichkeiten des Fachs am Rande des germanistischen Einflussgebiets. Drei parallele Ateliers zur Schnittstelle von Universitätsgermanistik und Deutschunterricht an der Schule (Gymnasium), zur Mehrsprachengermanistik im Netzwerk von lokalen und regionalen Kultur- und Bildungsinstitutionen sowie zur Lehre und Forschung mit inter- bzw. transdisziplinären Wissensbeständen laden ein zum Gespräch über Projekte und Initiativen aus dem germanistischen Nachwuchs, von Schüler:innen mit den sie unterstützenden Lehrpersonen bis zu Studierenden und Doktorierenden mit den sie begleitenden Unterrichtenden.

 

 

Referent:innen

  • Prof. Dr. Bernard Banoun, professeur de littérature de langue allemande des XXe et XXIe siècles à la Faculté des Lettres de Sorbonne Université, Paris
  • Prof. Dr. Racha Kirakosian, Professur für germanistische Mediävistik an der Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg i. Br.
  • Dr. Heiko Marten, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Programmbereich „Sprache im öffentlichen Raum“ mit Schwerpunkt Sprachminderheiten- und Mehrsprachigkeitskonstellationen unter Beteiligung des Deutschen am Leibniz Institut für Deutsche Sprache IDS, Mannheim
  • Prof. Dr. Romana Weiershausen, Professur für Frankophone Germanistik an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken

 

 

Programmstruktur und provisorischer Zeitplan: 

 

10:00-10:15

Begrüssung und Einführung (Organisator:innen)

 

 10:15-11:15

 Vortrag 1 und 2 (inkl. Diskussion)

 

11:15-11:30

Kaffeepause

 

11:30-12:30

Vortrag 3 und 4 (inkl. Diskussion)

 

12:30-14:00

Mittagessen

 

14:00-15:30

Ateliers 1, 2 und 3

 

16:00-16:45

Austausch im Plenum

 

ca. 17:00

Jahresversammlung der SAGG

 

Zielpublikum

Germanist:innen aller Teilfächer, Kolleg:innen von den Universitäten aus der Schweiz und dem nahen Ausland, Lehrpersonen aus der Region und der Schweiz, Interessierte an der Zukunft des Faches Deutsch in der nationalen Bildungslandschaft

 

Tagungsort

Université de Lausanne, Raumangabe folgt

 

Tagungsgebühr

Für Mitglieder der SAGG kostenlos, für alle anderen Teilnehmenden erheben wir einen Unkostenbeitrag von CHF 30.—, direkt vor Ort in bar zu bezahlen.

 

Organisation

Dr. Christian Elben, Dr. Christine Putzo, Prof. Angela Sanmann-Graf, Prof. Claudio Scarvaglieri, Prof. Hans-Georg von Arburg, Prof. Irene Weber Henking, in Zusammenarbeit mit weiteren Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen der Section d’allemand, Université de Lausanne

 

Kontakt: Prof. Hans-Georg von Arburg, hg.vonarburg@unil.ch